Knifflige Fragen schlagfertig kontern

Eine solche oder ähnliche Situation hast du sicherlich schon einmal erlebt – Du hältst einen Vortrag über einen sorgfältig ausgearbeiteten Lösungsvorschlag für ein Problem in der Firma oder über eine Idee für ein neues Projekt und da passiert es, mittendrin oder auch erst am Ende der Präsentation: Du bekommst eine dieser fiesen, kniffligen Fragen gestellt, mit der du nicht gerechnet hast, die dich eiskalt erwischt. Deine Kollegen schauen dich erwartungsvoll an und du weißt sofort, jetzt ist deine Schlagfertigkeit gefragt! Entweder du schaffst es nun mit deiner Antwort deine Idee gut zu verkaufen und zu kontern, oder aber du versagst.

Dieser Beitrag handelt von der sogenannten „weichen Schlagfertigkeit“, welche du in deiner nächsten Redesituation sofort anwenden kannst. Anders als die „harte Schlagfertigkeit“, die im Privatleben oft als unterhaltsam gilt, im Geschäftsumfeld jedoch schnell als unprofessionell wahrgenommen wird, hilft dir die folgende „Touch-Turn-Talk-Methode“ dabei, souverän und kompetent mit unterschiedlichsten Fragestellungen umzugehen und sich aus der unangenehmen Verhörsituation elegant zu befreien.

 

Die Touch-Turn-Talk-Methode

  1. Touch – Berühren der Frage
  2. Turn – Drehen der Frage
  3. Talk – die eigene Argumentation darlegen

 

Fragen sind grundsätzlich ein gutes Zeichen, denn das bedeutet, dass sich das Publikum interessiert. Dazu gehört nun einmal auch die ein oder andere heikle Frage, welche in etwa lauten könnte: „Jetzt haben wir vieles über die Vorteile zu Ihrem Lösungsansatz gehört, wie verhält es sich denn nun mit den Nachteilen, da gibt es ja sicherlich auch einige?“.

 

TOUCH – Das „Berühren“ der Frage ist deine erste Reaktion. Gehe kurz und knapp auf die Fragestellung ein, zeige dem Fragesteller deine Wertschätzung, indem du dich zunächst bedankst und somit eine positive Grundstimmung schaffst. „Vielen Dank, Frau Müller, für Ihre Frage, gerne gehe ich darauf ein.“ – nimm hierbei keine Abwehrhaltung an und bleibe gelassen. Eine aggressive Antwort wie „Darauf möchte ich jetzt nicht eingehen!“ oder „Also was ist das denn wieder für eine Frage, Frau Müller?“ lässt dich unsicher und verdächtig wirken. Die Zuhörer stellen sofort deinen Vorschlag oder gar dich selbst als Person in Frage.

 

TURN – „Drehe“ die Frage und zwar zu deinen Gunsten. Das heißt, dass du natürlich nicht die negativen Seiten aufzählen wirst, schließlich würdest du Vorschlag schlechtreden und dir somit selbst schaden. „Nun, jede Medaille hat zwei Seiten, ich habe mir natürlich neben den Vorteilen auch die Nachteile angeschaut und abgewogen. Es ist tatsächlich so, dass die Vorteile deutlich überwiegen und deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir durch folgende Aspekte zu einer Lösung kommen werden.“ Mit einer solchen Überleitung schaffst du es, die Situation weiterhin zu beherrschen, aber auf einer harmonisierenden Art und Weise, ohne jemanden anzugreifen oder gar bloßzustellen.

HER DAMIT!

 

TALK – Lege nun deine eigene Argumentation dar, die für deinen Lösungsansatz oder deine Idee spricht: „Um Ihnen die wesentlichen Vorteile noch einmal vor Augen zu führen, erläutere ich diese gerne noch einmal kurz: 1…, 2…, 3…“ Hier kann es natürlich passieren, dass sich Inhalte aus deiner vorangegangen Präsentation wiederholen, was aber vollkommen in Ordnung ist. Du holst deine Zuhörer ein weiteres Mal ab, solltest allerdings nicht abschweifen oder die Antwort künstlich in die Länge ziehen.

 

Zusammengefasst: „Vielen Dank, Frau Müller, für Ihre Frage, gerne gehe ich darauf ein. Nun, jede Medaille hat zwei Seiten, ich habe mir natürlich neben den Vorteilen auch die Nachteile angeschaut und abgewogen. Es ist tatsächlich so, dass die Vorteile deutlich überwiegen und deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir durch folgende Aspekte zu einer Lösung kommen werden. Um Ihnen die wesentlichen Vorteile noch einmal vor Augen zu führen, erläutere ich diese gerne noch einmal kurz: 1…, 2…, 3…“

 

Du erkennst, eine solch unangenehme Situation, in der du dich im ersten Moment eventuell überfordert fühlst, ist oftmals durch die Anwendung „weicher Schlagfertigkeit“ zu meistern. Mit der „Touch-Turn-Talk Methode“ bist du im Besitz eines sehr wirkungsvollen Werkzeugs für den Arbeits- aber auch privaten Alltag, für Debatten oder jegliche Überzeugungssituationen, um penible Fragen gekonnt zu parieren!

Über dein Feedback zu diesem Beitrag freue ich mich sehr!

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